Schutzkonzept / Prävention

Unser Schutzkonzept zum DOWNLOAD (klick!)

 ... und zum Lesen:

Unser Schutzkonzept zur Prävention von sexualisierter Gewalt

Präambel / Leitbild

Prävention von sexualisierter Gewalt ist integraler Bestandteil unserer schulischen und kirchlichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Sie bedarf einer Grundhaltung, die deren Rechte achtet, aktiv fördert und durchsetzt.

Mit dem Schutzkonzept gegen sexuelle Gewalt wollen wir an der Bonifatiusschule II Göttingen unserer schulischen Verantwortung für den Kinder- und Jugendschutz, der sich aus dem Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schulen ergibt, gerecht werden.

Das Schutzkonzept soll dafür Sorge tragen, dass unsere Schule nicht zu einem Tatort wird und Schülerinnen und Schüler hier keine sexuelle Gewalt durch Erwachsene oder andere Schüler und Schülerinnen erleben.

Zum anderen wollen wir ein Kompetenzort sein, an dem Kinder und Jugendliche, die innerhalb oder außerhalb der Schule von sexueller Gewalt bedroht oder betroffen sind, Hilfe und Unterstützung finden, um die Gewalt zu beenden und verarbeiten zu können.

Verhaltenskodex

Der Verhaltenskodex an der Bonifatiusschule II ist ein Präventionsinstrument, das dem grenzachtenden Umgang mit unseren Schülern/Schülerinnen in einem angemessenen Verhältnis von Nähe und Distanz dient.

Er ist von zentraler Bedeutung, denn die Einhaltung der formulierten Vereinbarungen bietet beiden Seiten Schutz: Unseren Schülern/Schülerinnen vor Grenzverletzungen oder sexueller Gewalt sowie Mitarbeitende an unserer Schule vor falschem Verdacht.

Gestaltung von Nähe und Distanz

Alle Mitarbeitende unserer Schule achten auf eine transparente, sensible, zugewandte und fachlich angemessene Gestaltung von Nähe und Distanz.

Körperkontakt oder körperliche Berührungen sind in der Arbeit mit Menschen nicht auszuschließen. Allerdings haben sie immer altersgerecht und der jeweiligen Situation (z.B. Erste Hilfe, Trost) angemessen zu sein.

Ein Schüler bzw. eine Schülerin darf niemanden gegen seinen Willen berühren.

Sexualisierte Bemerkungen, Witze und Schimpfwörter sind Grenzverletzungen, die im menschlichen Miteinander im Allgemeinen und bei uns in der Schule im Besonderen nicht geduldet werden.

Zwischen Mitarbeitenden und Schüler/innen sind herausgehobene intensive freundschaftliche Beziehungen, die aus dem schulischen Kontext heraus entstehen, zu unterlassen.

Schüler/Schülerinnen verhalten sich höflich und respektvoll gegenüber Mitarbeitenden. Das gilt selbstverständlich auch für Mitarbeitende gegenüber Schülern/Schülerinnen.

In der Schule, als einem Ort des Lernens und Arbeitens, soll die äußere Erscheinung und Kleidung aller angemessen sein, sodass sich Schüler/innen und Mitarbeitende nicht gestört fühlen. Hinweise auf nicht angemessene Bekleidung sind gewünscht und werden toleriert.

Einzelgespräche, Übungseinheiten usw. finden nur in den dafür vorgesehenen geeigneten Räumlichkeiten statt. Diese müssen jederzeit von außen zugänglich sein bzw. können geöffnet bleiben.

Grenzverletzendes Verhalten durch Mitarbeitende oder durch einen Mitschüler/eine Mitschülerin darf und soll ein Schüler/eine Schülerin nicht hinnehmen. In einem solchen Fall wendet er bzw. sie sich an eine erwachsene Vertrauensperson.

Die Verleumdung (etwas behaupten, was gar nicht geschehen ist) von Mitarbeitenden oder eines Schülers/einer Schülerin ist ein schwerwiegendes Vergehen und zieht pädagogische und disziplinarische Konsequenzen nach sich.

Eltern

Eltern /Erziehungsberechtigte achten darauf, dass ihre Kinder sich an die Regeln der Schule halten und sind ihnen ein Vorbild für respektvolles Verhalten gegenüber Mitschülern und den schulischen Mitarbeitern.

Sportunterricht/Klassenfahrten

Gemeinsames Umkleiden von Mitarbeitenden und Schüler/Schülerinnen ist nicht gestattet.

Schüler/innen und Mitarbeitende tragen im Sportunterricht angemessene und funktionelle Kleidung, die auf jede körperliche Provokation verzichtet.

Hilfestellungen/Sicherungen, die zur Gefahrenvermeidung erforderlich sind, werden mit der Lerngruppe thematisiert.

Auf mehrtägigen Fahrten müssen Schüler und Schülerinnen von einer ausreichenden Anzahl erwachsener Aufsichtspersonen begleitet werden. Setzt sich die Gruppe aus beiderlei Geschlecht zusammen, muss sich dies auch in der Gruppe der Begleitpersonen widerspiegeln.

In Schlaf-, Sanitär- oder vergleichbaren Räumen ist der alleinige Aufenthalt einer Bezugsperson mit Schülern und Schülerinnen nur zum Zwecke der Aufsicht und Versorgung erlaubt. Vor dem Betreten dieser Räume ist anzuklopfen und eine angemessene Zeitspanne zu warten, bevor der Raum betreten wird. Das gilt in gleicher Weise für Schüler/innen.                                                                                                                    

Umgang mit und Nutzung von sozialen Netzwerken

Filme, Computerspiele oder sonstige digitale Medien und Druckmaterial mit pornografischen, gewaltverherrlichenden, diskriminierenden oder rassistischen Inhalten sind für alle Personen aus dem schulischen Umfeld verboten.

Alle am Schulleben Beteiligten tragen Verantwortung dafür, dass Medien und soziale Netzwerke im schulischen Alltag nicht missbräuchlich verwendet werden.

Die Nutzung von sozialen Netzwerken und Messenger-Diensten (z.B. WhatsApp) von Mitarbeitenden im Kontakt mit Schülerinnen und Schülern ist nicht zulässig.

Bei Veröffentlichungen ist das allgemeine Persönlichkeitsrecht, insbesondere das Recht am eigenen Bild, zu achten.

Begriffsbestimmung: Sexualisierte Gewalt

Der Begriff „sexualisierte Gewalt“ umfasst  körperliche oder psychische Grenzüberschreitungen, die die Intimsphäre eines Menschen verletzen. Fast immer handelt es sich dabei um die Ausnutzung eines Machtgefälles aufgrund von Geschlecht, Alter, körperlicher Überlegenheit, Herkunft oder sozialem Status. Dabei verfügt die überlegene Person über die größere Macht oder Autorität, entweder mit Belohnung (emotionaler Zuneigung und/ oder Geschenken) oder mit Bestrafung (Androhung oder Einsatz von physischer und psychischer Gewalt) auf die andere Person einzuwirken. Im Mittelpunkt steht meist die Befriedigung eigener Machtbedürfnisse, z.B. sich auf Kosten anderer aufzuwerten.

Hilfreiche Unterscheidung:

In der Fachwelt wird folgende Differenzierung vorgenommen:

Grenzverletzungen,

sexuellen Übergriffen und

strafrechtlich relevante Formen sexualisierter Gewalt

Grenzverletzungen

Der Begriff „Grenzverletzung“ umschreibt ein einmaliges oder seltenes unangemessenes Verhalten, das aus Gedankenlosigkeit, unwissentlich oder aus Versehen passiert. Grenzverletzungen sind häufig die Folge fachlicher bzw. persönlicher Unzulänglichkeiten einzelner Personen oder eines Mangels an konkreten Regeln und Strukturen. Grenzverletzungen sind noch keine sexualisierte Gewalt im eigentlichen Sinn, denn diese geschieht gezielt und nicht aus Versehen.

Sexuelle Übergriffe

Sexuelle Übergriffe sind Verletzungen der Intimsphäre eines Menschen, die nicht zufällig passieren oder aus Versehen, sondern mit Absicht oder billigend in Kauf genommen werden. Ein Übergriff liegt auch dann vor, wenn die oder der Betroffene den Übergriff nicht als persönliche Verletzung erlebt, entscheidend ist die hinter dem Übergriff liegende Absicht.

Abwehrende Reaktionen der Betroffenen werden bei Übergriffen ebenso missachtet wie Kritik von Dritten.

Strafrechtlich relevante Formen sexualisierter Gewalt

Strafbare sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen sowie erwachsenen Schutzbefohlenen umfassen Handlungen, die die „sexuelle Selbstbestimmung“ eines Menschen verletzen. Straftaten sind sexuelle Handlungen, die gegen den Willen des Opfers vorgenommen werden, aber auch solche, bei denen Täter oder Täterin ein scheinbares Einvernehmen unter Ausnutzung der fehlenden Einwilligungsfähigkeit des Opfers und/oder seiner Machtposition herbeiführt. Sie umfassen sexuelle Handlungen mit und ohne Körperkontakt zwischen Täter/in und Betroffenen. Strafbar sind alle Formen von sexuellem Missbrauch an Kindern, der sexuelle Missbrauch von Jugendlichen und von Schutzbefohlenen sowie die sexuelle Nötigung und Vergewaltigung.

Bei Kindern unter 14 Jahren ist jede sexuelle Handlung strafbar, da aus alters- und entwicklungsbedingten Gründen grundsätzlich davon auszugehen ist, dass Kinder sexuellen Handlungen nicht zustimmen können. Die grundsätzliche Strafbarkeit gilt auch für sexuelle Handlungen mit minderjährigen Schutzbefohlenen, also denjenigen Kindern und Jugendlichen, die einem zur Betreuung, Förderung oder Erziehung anvertraut wurden und bei denen ein Abhängigkeitsverhältnis besteht. Die Ausnutzung dieser Abhängigkeit ist auch dann strafbar, wenn die Initiative von einem oder einer anvertrauten Minderjährigen ausgehen sollte.

 

Unterstützungsmöglichkeiten an der Boni:

Schulleitung, Klassenlehrerin / Klassenlehrer

Sozialpädagoge Michael Schmülling

 

Kinder– und Jugendberatung phoenix

  0551/4994556 oder

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Katholische Familienberatung

St. Michael, Kurze Str. 13a,

37083  Göttingen,0551/54054  

 

Kinder– und Jugendtelefon:  116111 oder 0800/111033

 

Ende des Schutzkonzepts

 

PRÄVENTION

 

Beispiele der Gewaltprävention an der Boni II

Aktuelle Veranstaltungen zur Gewaltprävention in der Boni II in den verschiedenen Jahrgängen siehe Terminkalender!


Theateraufführung:  Gefahren im Internet - ein Beispiel für Gewaltprävention an der Boni II

Am Donnerstag, 22. Oktober 2009 hat die Klasse 10R2 in der Aula Nikolaistraße für die 7. und 8. Klassen unserer Schule das Theaterstück "Gefahren im Internet" als Baustein der Gewaltprävention aufgeführt, welches sie zuvor mit einem Theaterpädagogen einstudiert und besprochen hatten. Es war eine interessante, lehrreiche und auch lustige Vorstellung von Schülern für Schüler! Dank an alle Beteiligten, insbesondere an den Theaterpädagogen Herrn Huber für seine tolle Arbeit!

Außerdem werden in enger Zusammenarbeit mit den Beauftragten der Gewaltprävention der Polizei Göttingen in den unterschiedlichen Klassenstufen in regelmäßigen Abständen  Vorträge gehalten, Projekte durchgeführt oder Rollenspiele eingeübt.
Schon in den fünften Klassen findet neben der Verkehrserziehung eine regelmäßige Schulung in Gewaltprävention bei unserem Schulpolizisten statt.

cover praeventionsordnung 100pxAm 02.09.2013 fand eine SCHILF / Schulinterne Lehrerfortbildung zum Thema : Prävention von sexualisierter Gewalt für alle Kolleginnen und Kollegen und Mitarbeiter der Schule statt

Sinn und Zweck der Präventionsschulungen

Flächendeckende Schulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen sind ein wesentlicher Baustein der Präventionsordnung. Die Thematik Prävention von sexuellem Missbrauch an Minderjährigen ist von daher "...integraler Bestandteil der Aus- und Fortbildung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der ehrenamtlich im kinder- und jugendnahen Bereich Tätigen."
Die Schulungen und Aus- und Fortbildungen haben den Zweck, Verantwortliche im Bereich der Arbeit mit Kindern/Jugendlichen und Schutzbefohlenen mit der Prävention von sexuellem Missbrauch vertraut zu machen.

Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ist ein Thema, das uns in der Arbeit mit Heranwachsenden immer wieder begegnen kann. Es ist ein aktuelles Thema. Nicht nur Opfer lange Jahre zurückliegender sexueller Übergriffe wenden sich Hilfe suchend an uns sondern auch Kinder, Jugendliche oder Angehörige von Opfern, die aktuell sexualisierte Gewalt erfahren. In den Schulungen bekommen Sie umfangreiche Informationen zum Thema "Sexualisierte Gewalt" gegen Kinder und Jugendliche, denn Wissen schafft Sicherheit. 

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist Beziehungsarbeit. Durch unsere Tätigkeit werden wir zur Bezugsperson für die jungen Menschen. So kann es geschehen, dass ein Kind bzw. ein Jugendlicher den Mut fasst, uns eine Notsituation anzuvertrauen. Andere Kinder senden versteckte Signale aus, weil sie sich nicht trauen zu erzählen, was ihnen passiert ist oder sie haben keine Worte für diese Erfahrungen. In den Schulungen bekommen wir Handlungsempfehlungen und Verfahrenswege aufgezeigt, wie wir angemessen reagieren können, wenn wir von einem Verdacht auf sexualisierte Gewalt erfahren oder diesen vermuten. Es geht bei den Schulungen nicht um einen Generalverdacht sondern um Vermittlung von Handlungssicherheiten.

Durch das offene Ansprechen dieses Themas in den Schulen und Gemeinden signalisieren alle dort Tätigen, dass Sie entschlossen handeln. Mit den Fortbildungen vermitteln wir, dass uns der Schutz der Kinder und Jugendlichen am Herzen liegt und dies als selbstverständlichen Auftrag unseres Tuns betrachten,. Wir schaffen damit Voraussetzungen mögliche Verdachtsfälle frühzeitig zu erkennen um konsequent handeln zu können. Durch eine bewußt gelebte Kultur der Achtsamkeit stärken wir die Kinder und Jugendliche darin, sich gegen sexualisierte Gewalt zur Wehr zu setzen.

All diese Maßnahmen signalisieren potentiellen Täter/innen: Wir schauen hin, wir gehen gegen sexualiserte Gewalt vor.

In den Präventionsschulungen beschäftigen wir uns intensiv mit einem angemessenen Umgang von Nähe und Distanz in der Arbeit mit Minderjährigen. Durch das Wissen und die Handlungssicherheit, vermitteln wir den Eltern, dass Ihr Kind bei uns gut aufgehoben ist und wir uns um das Wohl des Kindes sorgen.

 

Weitere Beispiele für Veranstaltungen der Gewaltprävention...

"Führerschein? Nein Danke!" ?

Prävention8.Kl.201701Gleich drei Doppelstunden verbrachte Herr Arnecke, Verkehrssicherheitsberater vom Präventionsteam der Polizei Göttingen am 03.02.2017 in der Boni II in den 8. Klassen - ohne Ermüdungserscheinungen zu zeigen. Sehr eindrucksvoll, mit guten Beispielen und viel Engagement  vermittelte er unseren 8.-Klässlern die Tatsache: Alkohol kann töten! Auch machte er den Schüler/-innen klar: Es gibt kein Grundrecht auf den Führerschein und einige Gründe (Drogen, Alkohol, Straftaten, Krankheiten, Punkte in Flensburg) warum man diesen auch nicht bekommt.

Anhand von Fallbeispielen von Unfällen aus Göttingen vor allem an Unfallhäufungsstellen machte Herr Arnecke sehr deutlich, was Alkohol und Drogen, aber auch das Nuzen des Handys während der Fahrt für Folgen haben kann. Direkte Gefahren im Straßenverkehr sind: Gesteigerte Risikobereitschaft, eingeschränkte Sehfähigkeit, Prävention8.Kl.201707Verlängerung der Reaktionszeit und Kontrollverlust. Also: Kein Alkohol im Straßenverkehr, vor allem nicht als Fahrer von Zweirädern und Autos! Zurzeit gibt es bereits 10 weiße Fahrräder in Göttingen, die für Verkehrstote an diesen Stellen stehen (versehen mit Alter, Geschlecht und Datum) und es sollten bitte nicht mehr werden! Vielen Dank an Frau Stobbe als Präventionsbeauftragte der Schule für die Organisation der Veranstaltung und an Herrn Arnecke für seinen tollen Einsatz!

Für eine zeitgemäße Darstellung unserer Website verwenden wir Cookies. Weitere Informationen hierzu gibt es in unserer Datenschutzerklärung.
Mit einem Klick auf "OK" erklären Sie sich mit der Verwendung der Cookies einverstanden.